Deutschlands sympathischste Marken

Bild Marken-Sympathie ist für den Einkauf entscheidendModerne Konsumenten entscheiden beim Kauf längst nicht mehr nur nach dem Preisniveau. Auch auf die Marken-Sympathie kommt es an, wie eine aktuelle Einzelhandels-Studie ergibt. Welche der 75 Marken konnten sich in diesem Punkt profilieren und welche haben Nachholbedarf?

 

Gewinner überzeugen mit klaren Prinzipien

 

Zum dritten Mal befragte das Düsseldorfer Strategieunternehmen Batten & Company im November 2011 1.400 Personen ab einem Alter von 16 Jahren zu führenden Einzelhandels-Marken. Die Online-Befragung war auf die Markenstärke, beispielsweise Vertrauen und Bekanntheit, sowie das Image, etwa in den Punkten Sortiment und Einkaufsatmosphäre, fokussiert. Besonders auffällig: Die absoluten Durchstarter waren vor allem Online-Anbieter. So konnte sich Amazon als stärkste Retail Brand durchsetzen. Was die Markenstärke betraf, erzielte die Plattform mit 8,74 von möglichen 10 Punkten den höchsten Wert. Damit stach das Unternehmen auch den früheren Erstplatzierten Aldi aus. Der Discounter belegte Platz zwei, dicht gefolgt von der Drogeriemarkt-Kette DM, die durch gute Eigenmarken beeindruckte. Die Supermarkt-Kette Rewe besetzte Platz sechs und machte damit den größten Schritt nach vorn im Vergleich zu den anderen Handelsmarken. Durchstarter Nummer eins war jedoch Zalando. Der Online-Versandhandel, der Schuhe und Mode führt, errang Platz 33 – und zwar auf Anhieb.

 

Verlierer leiden unter Sympathie-Verlust

 

Für andere Marken könnte die Studie jedoch als Warnschuss verstanden werden. So verloren die Metro-Töchter Saturn und Media Markt extrem an Sympathie. Die Studienverantwortlichen führten das darauf zurück, dass die „Geiz ist geil“-Mentalität in Deutschland dem Ende entgegen geht. Auch für die Discount-Marken Schlecker und Kik bedeutet das einen erheblichen Sympathie-Verlust – nicht zuletzt, weil die Kunden hier den aktuellen Umgang mit dem Personal abstraften. Doch was bedeutet das für die Zukunft? Das Evaluations-Ergebnis der Studienverantwortlichen: Wollen Einzelhandelsmarken heute Erfolg am deutschen Markt haben, kommt es einerseits auf ihre Präsenz, also die Filialenanzahl an, andererseits belohnen die Kunden gute Eigenmarken und Fairness im Unternehmen sowie beim Preis. Auch Modernisierungsstrategien, wie im Fall von Karstadt, werden mit hohen Sympathiewerten gewürdigt. Bei starken Rang-Verlusten, etwa bei Saturn um 14 Plätze und bei Media Markt um 24 Plätze, warnt die Studie vor. Unternehmen, die sich weder weiterentwickeln, noch an ihren Alleinstellungsmerkmalen arbeiten, müssen in Zukunft mit Kundenabwanderung rechnen.

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