Gene bestimmen die Duftwahl

Bild DuftwahlWorte wie ‚Ich kann Dich gut riechen!’ sind weit mehr als oberflächliches Geplänkel. Eine neue Studie des Max-Planck-Instituts in Plön hat nun erneut erwiesen, dass der Geruch des anderen Menschen bei ersten Kennenlernversuchen eine wichtige Rolle spielt. Die eigenen Gene spielen bei der Wahl des Duftes bzw. eines Partners eine ausschlaggebende Rolle.

 

Riechen wie der eigene Körper

 

Im Fokus der Studie steht die Erkenntnis, dass viele Menschen bei der Duftwahl nur den einen Wunsch verspüren: sie möchten nach sich selbst riechen! Aus diesem Grunde wird häufig ein Parfum ausgewählt, dass den Duftstoffen des eigenen Körpers ähnelt. Werden jedoch die Duftstoffe eines potentiellen Partners erschnuppert, setzen unsere Gene auf Gegensätze. Denn variieren die Immungene deutlich von den eigenen, erhalten eventuelle Nachkommen einen weitestgehend vielfältigen Schutz gegen auftretende Krankheiten. Von den rund 1.000 existenten Immungen-Variationen besitzt jeder Mensch ungefähr acht Varianten. Jeweils in einer etwas anderen Mischung vorhanden, wirkten nach einem Schnuppertest an Kleidungsstücken des anderen Geschlechts stets die Düfte anziehend, die sich deutlich von den Immungenen der Tester unterschieden.

 

Bei der Partnerwahl wird auf Unterschiede gesetzt

 

Damit diese Körpergerüche zusätzlich verstärkt werden können, greifen viele Menschen mit einem Parfum zu den künstlichen Gerüchen. Auch hinsichtlich dieser Wahl konnte die Studie eindeutig belegen, dass Personen mit ähnlichen Immungen-Mischungen dieselben Gerüche bevorzugten. Aus diesem Grunde ist sich die Parfumindustrie darüber einig, dass in einem lebendigen Duft natürliche Essenzen enthalten sein müssen. Allerdings steht dieser Auffassung ein Beschluss der Europäischen Union entgegen, aufgrund der genau diese Inhaltsstoffe verbannt werden sollen, um eine erhöhte Allergiegefahr zu vermeiden.

 

Eine Rekonstruktion der Molekülstruktur ist realistisch

 

Als Alternative haben es sich Parfumhersteller längst auf die Fahne geschrieben, die Struktur der Moleküle zu rekonstruieren. Beschließt die EU irgendwann das endgültige Aus für die natürlichen Duftstoffe, können den Duftwässerchen körperähnliche Molekühle beigemischt werden, welche die unterschiedlichen Geruchsvariationen beeinflussen. Auf diese Weise könnte jeder Verbraucher sein bevorzugtes Parfum auswählen. Weit mehr als Zukunftsmelodie wäre die Kreationen eines VIP-Parfums, das individuell der körpereigenen Immungen-Mischung angepasst ist. Lassen sich die Verbraucher zukünftig ihr Blut abnehmen, kann ein Parfum kreiert werden, das 100%ig dem Körpergeruch entspricht – auf diese Weise könnte jeder Mensch ein maßgeschneidertes Parfum in seinen Händen halten.

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