Kinderwagen: Mangelhafte Modelle im Handel

Bild KinderwagenSteht das Babyglück ins Haus, stellt die Anschaffung eines Kinderwagens einen der kostenintensivsten Posten dar. Häufig werden viele hundert Euros in die vermeintlichen Hightech-Geräte investiert, die sich aktuellen Tests zufolge jedoch in nahezu allen Fällen als Mogelpackung entpuppen.

 

Obwohl sich die werdenden Eltern nur das Beste für ihr Kind wünschen, offenbaren die Testergebnisse, dass das Beste im Kinderwagen-Segment überhaupt nicht möglich ist. Vielmehr verweisen die aktuellen Testergebnisse darauf, dass die Branche trotz der negativen Resultate der vergangenen Tests keinen Handlungsbedarf zu verspüren scheint.

 

Zehn Kinderwagen erhalten die Gesamtnote ‚mangelhaft’

 

Die Auswertungen sprechen eine deutliche Sprache. Zehn von 14 Kinderwagen wurden als ‚mangelhaft’ bewertet. Das Testergebnis ‚gut’ konnte kein einziges Modell erreichen. Keines der zwischen 249 sowie 919 Euro teuren Modelle ist wirklich kindgerecht oder schadstofffrei – die Verkaufspreise sind aufgrund dieser Eigenschaften extrem überhöht. In den Griffen, Bezügen, Regenhauben und Gurten von insgesamt zehn Kinderwagen wurden so viele Schadstoffe gefunden, dass diese den Modellen die Gesamtnote ‚mangelhaft’ einbrachten. Die so genannten Weichmacher oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe sind teilweise sogar krebserregend. Noch makaberer an diesem Negativ-Trend ist, dass sogar der Schadstoffgehalt von Puppenkinderwagen niedriger ist als der von ‚richtigen’ Kinderwagen. Dabei kommen Jung und Alt auch bei den Kinderwagen stets mit den Griffen, Regenhauben oder Bezugsstoffen in Kontakt. Allerdings müssen Eltern nicht darauf hoffen, dass die Kinderwagen trotz der negativen Testergebnisse ausgetauscht werden, da sämtliche Modelle verkehrstauglich sind. Eventuell dürfen Verbraucher jedoch auf die Kulanz der Anbieter hoffen und können auf den Austausch belasteter Bauteile bestehen.

 

Gefährliche Schadstoffe in verschiedenen Bauteilen

 

Ein weiterer Minuspunkt existiert durch die zu geringe kindgerechte Tauglichkeit der Kinderwagen. Bei den meisten Modellen sind die Sitze der Kinderwagen viel zu klein oder zu schmal. Größere Kleinkinder müssen mit beengten Verhältnissen, zu niedrigen Lehnen oder zu kurzen Tragetaschen- bzw. wannen vorlieb nehmen. Ein Herlag-Wagen sollte außerdem nicht bei Regenwetter angewendet werden, da dieser über keinerlei Regenschutz verfügt. Als Testsieger gehen mit der Gesamtnote 3,2 der Cameleon des Anbieters Bugaboo sowie der Teutonia Mistral S hervor. Der Bugaboo präsentiert sich mit einem Kaufpreis von 910 Euro zugleich als teuerstes Modell und punktet mit Vorteilen wie seinem leichten Gewicht oder der effektiven Zusammenklappbarkeit. Der 550 Euro teure Teutonia Mistral S überzeugt als solide Konstruktion und ein verhältnismäßig einfaches Handling. Eine Gesamtnote von 3,3 fährt der nur 299 Euro teure Zekiwa Alu-Cross ein. Während dieses Modell auf Waldboden seine Schokoladenseite zeigt, müssen Verbraucher eine relativ kleine Tragetasche in Kauf nehmen. Wer auf den am wenigsten mit Schadstoffen belasteten Kinderwagen zurückgreifen möchte, sollte sich für den Hartan Topline S entscheiden.

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